Konzertbesuch bei der Impericon Never Say Die! Tour 2011
Berlin ist immer eine Reise wert – erst Recht wenn die Impericon Never Say Die! Tour in der Hauptstadt Halt macht und man eh gerade zufällig vor Ort ist. Waagen wir also das Abenteuer Post-Hardcore-Deathcore-Metalcore-Screamo-Konzert.
Auf dem Programm stehen gleich sieben Bands. Die Türen werden um 18:00 geöffnet und um 18:30 stehen die Jungs von Vanna schon auf der verdammt großen Bühne, die sich am Ende vom Huxleys auftut.
Für jemanden wie mich, der seit bald 20 Jahren Metal hört ist ein Ausflug zur Impericon Tour wie ein Ausflug in eine andere Welt. Früher trug man Kutte und hatte lange Haare. Heute bretzeln sich da 16jährige Berlinerinnen wie Nutten auf um mit ihrem tätowierten Freund, der mehr Metal im Gesicht als im Plattenschrank hat, an der Bar wilde Zungenküsse auszutauschen. Haben wir jetzt schon eine Subkultur in der Subkultur Metal?
Aufgrund des Andrangs von ca. 1.200 Fans haben wir uns die ersten beiden Bands (Vanna, The Human Abstract), die schon auf MySpace und Co. nicht richtig überzeugen können, mal spontan geklemmt um dann mit As Blood Runs Black zu starten.
Gewohnt stark nehmen die Mannen rund um Sonik Garcia das Huxleys mit ihrer Mischung aus Death-Metal und Metalcore mal gepflegt auseinander! Das Einzige, was wirklich nervt – und das wird sich an dem Abend noch wiederholen – ist das Gekreische zwischen den Growls – das machen die Jungs aber auf Platte dummerweise genauso.
The World Alive haben danach bei mir einen ganz schweren Stand – können die Jungs mit ihrem Sound doch an dem Abend einfach nicht überzeugen. Die Mischung aus Hardcore, Metalcore, Snythiesound und klarem Gesang klappt live leider nicht so gut wie auf Platte und vermischt sich zu einem zähen Sound-Brei.
Über jeden Zweifel erhaben sind dann die Cross-Over Jungs aus Australien: Deez Nuts konnten schon beim Mach1 Festival im Sommer groß auftrumpfen und wurden auch in Berlin ihrem Ruf mehr als gerecht! Rap und Metal geht halt manchmal doch gut. „Your mother should have swallowed you“ und Ende ist.
Zuletzt bleiben dann noch die beiden Kreisch-Bands von Emmure und Suicide Silence. Emmure gehen zwischendurch mit Ihren harten Breakdowns und Growls sehr ordentlich an die Sache ran aber die Nummer mit dem Gekreische tut Einem nach 30 Minuten nur noch in den Ohren weh.
Ein Grund mehr Suicide Silence nach knapp 15 Minuten weiter auf der Bühne rumhüpfen zu lassen und dabei ihre Stimmbänder quälen zu lassen.
Die Impericon Never Say Die Tour ist schon eine besondere Veranstaltung. Sie schafft es unter der Woche knapp 1.200 Berliner Kids zwischen 16 und 26 ins Huxleys zu locken. Dabei sieht man die unterschiedlichsten Facetten zwischen Tattoos, Piercings, Emos und Frisuren. Die Menge feiert, ist aggressiv und nach dem Konzert geht man Arm in Arm nach Hause.
Ich glaub, ich werde alt…




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