Interview: Sonic Syndicate

Montag, 30. August 2010
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Sonic Syndicate haben letzte Woche ihr neues Album „We Rule The Night“ veröffentlicht. Wir konnten uns zuvor bereits mit dem Blickfang der Band – Bassistin Karin – über das neue Werk sowie die Begleitumstände unterhalten. Das Review zum Album folgt in Kürze!

Nathan ist 2009 zur Band gestoßen. Was hat sich seitdem verändert?

Karin: Es haben sich viele Dinge verändert und viele Dinge sind neu hinzugekommen seit Nathan zur Familie gehört. Mit am Wichtigsten ist, dass uns sein Einstieg als Freunde und Familie enger zusammen gebracht hat. Wir waren uns noch nie so nah.

Schon beim ersten Treffen hatten wir das Gefühl, dass er der Richtige für den Job ist. Er bringt so viel Energie in die Band. Es fühlte sich wie ein zweiter Start für Sonic Syndicate an. Wir waren wirklich aufgeregt mit ihm auf Tour zu gehen und mit ihm Songs zu schreiben.

Wie groß war der Einfluss von Nathan auf die Songs von “We Rule The Night”?

Karin: Wie ich gerade schon sagte: Nathan kam mit absoluter Energie und positive Aufregung zur Band – das brauchten wir. Das in Kombination mit einer neuen Stimme war Inspiration genug und wir fingen an unsere Songs zu schreiben.

Dieses Mal haben wir alle zusammen geschrieben, früher waren es nur ein oder zwei Personen, die die Songs geschrieben haben. Dieses Mal haben wir uns getroffen und unsere Ideen zusammen durchgespielt.

Robin kommt mit einem Gitarren-Riff, John fängt an die Drums dazu zu spielen und der Rest der Band steigt einfach ein. Wir hatten echte Jam-Session, haben sie aufgenommen und am nächsten Tag die Sachen weiter verfeinert.

Ihr habt ja schon einige Videos für das neue Album aufgenommen („Revolution Baby”, „My Own Life”, „Turn It Up”) – ein gutes Signal von eurer Plattenfirma in harten Zeiten?

Karin: Ja, auf alle Fälle. Wir haben immer hart an uns gearbeitet und das hat unsere Plattenfirma auch. Ich sag mir immer, dass man was tun muss um etwas zu erreichen. Wir haben eine gute Beziehung zu Nuclear Blast, sie glauben an uns und sind Teil unserer großen Familie.

Setzt euch diese Unterstützung nicht auch unter Druck, gute Zahlen abzuliefern?

Karin: Ich messe Erfolg nicht in Zahlen. Natürlich ist es cool viele Alben zu verkaufen und in den Charts zu stehen. Ich mach Musik weil ich es liebe und weil es mir Spaß macht. Das Wichtigste für mich sind die Touren und die Fans zu treffen wenn man live spielt. Da werden für mich Träume wahr.

Als über Deinen Unfall bei den Dreharbeiten zu „Turn It Up“ berichtet wurde, waren viele Leute skeptisch, ob das nicht wieder nur eine Promo-Nummer ist.

Karin:  Wir sind eine sehr offene Band. Wir haben eine enge Beziehung zu unseren Fans und zu den Medien. Ich wollte das erlebte einfach mit den Fans teilen. Als der Unfall passiert, wusste ich einige Tage nicht, wie es weiter geht und, ob ich es zur nächsten Show schaffen würden. Deshalb wollte ich, dass die Fans wissen, warum ich es eventuell nicht geschafft hätte. Es hätte nicht an einem schlechten Tag mit schlechter Frisur gelegen!

Kommen wir zum neuen Album – was hat sich im Vergleich zu “Love and Other Disasters” geändert?

Karin: Natürlich ist die größte Veränderung, dass Nathan jetzt dabei ist und seine Stimme anders klingt als Rolands Stimme. Abgesehen davon sind wir noch immer Sonic Syndicate. Wir haben fette Refrains, Keyboards, Melodien und sind noch immer heavy. Wir haben uns als Musiker und Menschen natürlich weiter entwickelt, was man auch auf dem Album hört. „We Rule The Night“ ist meiner Meinung nach das Beste, was wir bisher gemacht haben.

Der Song “Turn It Up” hat mich wirklich überrascht. Nutzt ihr jetzt noch mehr Keyboard-Beats – wie auch schon beim Intro für den Titeltrack?

Karin: Ach das ist eigentlich eine lustige Geschichte. Robin und Nathan haben ein bisschen gejammt und dabei einige Riffs gesammelt. Am nächsten Tag fragte mich Robin, ob ich einen Partysong hören möchte, den die beiden zum Spaß aufgenommen haben. Ich wollte den Song natürlich hören und es war dann „Turn It Up“. Dem Rest der Band und mir gefiel der Song sofort.

Wir wollten ihn eigentlich erst gar nicht aufs Album packen weil wir ihn nur zum Spaß aufgenommen hatten. Jedoch wäre es eine Schande gewesen den Song nicht zu verwenden. Beim Text geht es jedoch um eine wirklich ernste Story von einem Mädchen, das zu viel feiert und besser aufhören sollte Drogen zu nehmen, bevor sie stirbt. Für mich ist es ein Partysong, zu dem ich tanzen möchte.

Der nächste Song „My Own Life“ kommt sehr poppig daher. Er gibt mir das Gefühl, dass ihr euch weiter öffnen wollte und mehr Leuten Zugang zu eurer Musik geben wollt?

Karin: Das stimmt, wir hatten schon immer Balladen auf unseren Alben. „Enclave“ und „My Escape“ sind da zwei Beispiele. Mit „My Own Life“ haben wir diesmal eine richtig schöne Ballade geschrieben. Wir haben den Song eigentlich sehr rockig geschrieben aber ihn dann auch mal soft ausprobiert und er gefiel uns. Zum Anderen hast Du Recht: Wir wollen ein größeres Publikum erreichen und das unabhängig davon, ob sie Metal hören oder nicht. Das ist mit einer der Gründe, warum das Album so abwechslungsreich ist.

Wenn ihr Promo-Arbeit macht sind Bilder von Dir natürlich immer gern gesehen. Stört das die Jungs in der Band?

Karin: Wir pflegen alle keine großen Egos oder sind eifersüchtig. Wir machen Musik weil wir das Touren lieben und Leute auf der ganzen Welt treffen wollen. Pressearbeit ist da ein Mittel zum Zweck, sonst würden die Leute uns nicht wahrnehmen. Am Ende zählt für uns nur auf der Bühne zu stehen und abzugehen.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich Fotoshooting liebe, es macht mir wirklich Spaß und ist ein toller Teil meines Jobs als Musiker.

 

Letzte Frage: Kommt ihr zum Album-Release auf Tour?

Karin: Ja! Wir werden den Rest des Jahrs durch Europa und Skandinavien reisen. Die Tour nennt sich „We Rule The World Tour“ und die genauen Informationen findet ihr natürlich auf unserer Homepage.

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