Metallica – Death Magnetic

Freitag, 12. September 2008
Abelegt in: CD Reviews
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Das Warten hat ein Ende. Die Newsletter haben hoffentlich ein Ende. Das neue Metallica Album ist endlich da!

Das Warten hat ein Ende. Die Newsletter haben hoffentlich ein Ende. Die Mission: Metallica Website hat wohl endlich ein Ende und vor allem die nervige Marketing-Scheisse rund um Metallicas neues Album Death Magnetic hat wohl endlich ein Ende!

Es nimmt einen guten Anfang, das neue Metallica Album, das die Schmach von St Anger endlich vergessen machen soll. Mit That Was Just Your Life fühlt man sich plötzlich in die guten alten 80er zurück versetzt, auch wenn Lars Ullrichs Drums noch ein wenig unter St Anger Nachwehen zu leiden scheinen. Ansonsten prägen aber gerade der Gesang und die endlich wieder vorhandenen Gitarren Soli von Kirk Hammett die Szenerie bei dem mit ca. 7 Minuten nicht gerade kurz geratenen Opener.

Auch der zweite Track The End Of The Line legt ordentlich los, doch auch hier gibt e seine Spielzeit von fast 8 Minuten und macht eigentlich schnell die Schwachstelle von Death Magnetic klar: Oftmals sinnlos aneinander gereihte Verlängerungen von Songs, die auch nach fünf Minuten hätten zu Ende sein können. Wer sich die Fly On The Wall Videos von Mission: Metallica angeschaut hat findet hier das Resultat der ewigen „Schnipsel-Hin-Und-Her-Schieberei“ der Herren Ullrich und Hetfield.

Broken, Beat & Scarred haut einem dann dank schönem Bass Sound wieder ordentlich auf die 12. Dank der Gitarren von Herrn Hetfield und Herrn Hammett sowie dem wuchtigen Bass von Robert Trujillo kann man über das holprige Getrommel hinweg sehen. Mit 6:25 Minuten Spielzeit ist der Track übrigens auch schon der zweit-kürzeste nach dem bereits bekannten Song My Apocalypse.

The Day That Never Comes war bereits vor einigen Wochen Auslöser für meinen Abgesang auf Metallica. Auch bei der Album Version wird hier nichts besser als bei der bereits zuvor veröffentlichten Video- oder Windows-Media-Stream-Version. Das Intro ist mies, der Song zu lang, der Gesang schlecht – und das Video kacke.

All Nightmare Long haut mich dank des Bass von Herrn Trujillo bereits von Beginn an echt vom Hocker. Aber auch hier schleicht sich zu schnell Langeweile ein. Das oben beschriebene Problem der „Schnipsel-Hin-Und-Her-Schieberei“ macht sich wieder bemerkbar. Stimmlich kann Herr Hetfield leider auch nicht den kompletten Song hindurch überzeugen, wenn man aber dann mal „‘cause we hunt you down“ ankommt ist alles Friede-Freude-Eierkuchen.

Nachdem die erste Live Version von Cyanide den Weg auf YouTube gefunden hatte – und komischerweise nie verschwand – war ich noch sehr erschrocken, ob das wirklich der neue Metallica Sound sein soll. Verglichen mit The Day That Never Comes ist Cyanide auf dem Album noch der bessere zuvor veröffentlichte Song.

Jeder Kommentar zu The Unforgiven 3 wäre zwar theoretisch verschwendete Zeit aber es muss doch mal los gelassen werden: Was zur Hölle hat der Song mit dem Ursprung der nun schon viel zu dreiteiligen Trilogie zu tun? Ganz große Scheisse ist das! Hier werden Oldschool Fans im Herz getroffen und kriegen nen Kotzkrampf angesichts der Bläser, dem miesen Gesang und ich glaube auch noch ein Klavier ausgemacht zu haben.

Bei dem drittletzten Song The Judas Kiss kann mich Hetfield vor allem beim Refrain endlich mal komplett überzeugen. Das Zusammenspiel von Bass, Gitarre und Drums funktioniert reibungslos und außer der Tatsache, dass der Track mit acht Minuten zu lang geworden ist, ist hier alles einwandfrei.

Bei den Anfängen von Suicide & Redemption lässt sich leider schon wieder diese Seuch der viel zu langen Songs ausmachen. Nach dem ersten Bass Part möchte man Metallica noch zurufen, dass sie Trujillo doch öfter mal ohne Begleitkapelle zocken lassen sollen. Die ersten Gitarrentöne klingen dann auch eher wie aus einem schlechten Computerspiel als von Herrn Hammett. Meiner Theorie nach hat man für den Song nochmal alles aus den Ecken gekratzt, was bei den Studio Aufnahmen so liegen geblieben ist.

Mit My Apocalypse kriegt man nochmal ein wenig 80er Jahre Trash um die Ohren gehauen, bevor man sich nach ca. einer Stunde und 15 Minuten schlafen legen darf. „Spit It Out“ möchte man dann auch seinem CD Player zurufen.

Wir bring ich das Fazit nun rüber? Die Scheibe hat gute Ansätze und auch einige gute Songs, gar keine Frage. Insgesamt jedoch kann mich Death Magnetic einfach nicht fesseln. Die Songs wirken schwerfällig und brauchen ewig, um bei mir für Entzückung zu sorgen – wenn sie es denn mal schaffen.

Ich hab nach 1:15 Stunden keine Lust nochmal auf den Play Knopf zu drücken sondern will lieber zu einer der letzten Machine Head Scheiben greifen, die mit gutem Sound, gesunden Drums und einer Stimme mit viel Bums dahinter überzeugen können!

Sorry Metallica, live seid ihr ne absolute Wucht, eure alten Songs werden immer Klassiker bleiben und verschaffen einem Gänsehaut – aber Death Magnetic hat’s nicht geschafft.

Metallica - Death Magnetic

Cover: Death Magnetic - Death Magnetic

Death Magnetic

Metallica

Universal Music

12. September 2008

Tracklist

  • That Was Just Your Life
  • The End Of The Line
  • Broken, Beat & Scarred
  • The Day That Never Comes
  • All Nightmare Long
  • Cyanide
  • The Unforgiven III
  • The Judas Kiss
  • Suicide & Redemption
  • My Apocalypse

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