Slipknot – All Hope Is Gone

Montag, 25. August 2008
Abelegt in: CD Reviews
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We will burn your cities down! Dies und noch mehr Nettigkeiten schreien einem Slipknot auf dem vierten Longplayer der Jungs aus Iowa entgegen.

We will burn your cities down! Dies und noch mehr Nettigkeiten schreien einem Slipknot auf dem vierten Longplayer der Jungs aus Iowa entgegen. War ich bei Vol.3 The Subliminal Verses noch einer der größten Slipknot Skeptiker hat sich das Blatt vier Jahre später komplett gewendet.

Man merkt Slipknot an, dass sie sich nun doch alle in Richtung des 30ten Lebensjahres bewegen und nicht nur menschlich sondern auch musikalisch gereift sind. Das wohl größte Slipknot Nebenprojekt Stone Sour hat besonders bei Sänger Corey Taylor und Gitarrist Jim Root Spuren hinterlassen.

Corey darf abwechselnd in bester Slipknot Manier schreien, um wenige Sekunden später wieder mit seinem, durch Stone Sour bekannt gewordenen, Gesang zu überzeugen. Bereits beim dritten Track (nach dem Intro eigentlich zweiten Track) Sulfur darf man diese Sangeskunst bewundern. Sulfur gehört sicherlich zu einem der absoluten Highlights auf All Hope Is Gone.

Bereits bekannt folgt anschließend mit Psychosocial die wieder härtere Slipknot Gangart, die man über die Jahre so zu schätzen gelernt hat. Danach folgt ein plötzlicher Stilbruch. Dead Memories kommt so gar nicht im Rythmus seiner Vorgänger daher. Eher ruhig und bedacht scheint Corey hier seine private Entwicklung der vergangenen Jahre zu verarbeiten. Passagen wie „Dead Visions in your name, Dead fingers in my veins, Dead Memories in my heart“ lassen erahnen, was Corey nach der Trennung von seiner Frau in der jüngeren Vergangenheit durchgemacht haben muss.

Genug der Gefühlsduselei denkt man sich im Hause Slipknot dann wohl beim nächsten Track Vendetta. Angeführt von einem wuchtigen Trommelwirbel von Joey – kommt auf dem Album öfter vor – schwingt man sich wieder in den Ring, um mit netten DJ Einlagen und Einladungen zum Mitgröhlen („Are you ready for the time of your life„) wieder in die Spur zu finden. Trotz aller Mühe gehört der Song jedoch eher zu den schwächeren von All Hope Is Gone.

Bevor man mit Gehenna wieder in Richtung Vermilion Pt. 2 geht muss man jedoch noch den ebenfalls schwächeren Track Butcher’s Hook über sich ergehen lassen.

Wirklich erwähnenswert sind danach nur noch zwei Songs. Der bereits bekannte Titeltrack All Hope Is Gone sowie die Ballade Snuff. Snuff kommt in bester Stone Sour – Bother Manier daher: Akustikgitarre und Coreys Gesang.

All Hope Is Gone beendet dann die reguläre Edition des Albums. Ein gut gespannter Bogen mit einer Mischung aus echten Knallern und wenigen Durchhängern neigt sich dem Ende.

Beruhigt kann man als Fazit verkünden, dass Slipknot das Jahr 2008 um eine weitere klasse Platte erweitert haben. Wie eingangs schon beschrieben merkt man Slipknot ein gewachsene Reife an, die sich auch musikalisch in den Tracks von All Hope Is Gone niederschlägt – oder hat einer von euch Gitarren Soli von Jim Root auf einer Slipknot Platte erwartet?

Ob die Jungs jedoch nach All Hope Is Gone nochmal gemeinsam ins Studio gehen darf stark bezweifelt werden.

Gitarrist Jim Root berichtet im aktuellen Rock Hard Interview von merkwürdig anmutenden Szenen, dass man plötzlich mit Leuten im Studio ist, mit denen man jahrelang nicht gesprochen hat. Zudem würde Jim noch immer gerne die Welt regieren, aber wohl nicht mehr mit acht anderen Leute von Slipknot.

Überraschend gab er im gleichen Interview zum besten, dass er ausgerechnet mit dem Clown musikalische Gemeinsamkeiten entdeckt hat und während der Arbeiten an All Hope Is Gone ca. zehn Tracks geschrieben hat, die weder zu Slipknot noch zu Stone Sour passen.

Man darf bezüglich der musikalischen Zukunft von Slipknot und seinen Mitgliedern wohl sehr gespannt sein. Die aktuelle Rock Hard Ausgabe mit dem vollständigen Interview von Conny mit Slipknot Gitarrist Jim Root gibt es für 5,90€ beim Kiosk eures Vertrauens.

Slipknot - All Hope Is Gone

Cover: All Hope Is Gone - All Hope Is Gone

All Hope Is Gone

Slipknot

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Tracklist

  • .execute.
  • Gematria [The Killing Name]
  • Sulfur
  • Psychosocial
  • Dead Memories
  • Vendetta
  • Butcher's Hook
  • Gehenna
  • This Cold Black
  • Wherein Lies Continue
  • Snuff
  • All Hope Is Gone

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