Review: System Of A Down – Mezmerize

Dienstag, 17. Mai 2005
Abelegt in: Metal News
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Moment! Nach knapp einer halben Stunde ist hier schon Schluss? Was soll das denn bitte schön? System Of A Down haben nach eigenen Aussagen so viele Tracks aufgenommen, dass sie sich dazu entschieden haben diese auf zwei Scheiben rauszubringen. Okay, aber wo ist die zweite Scheibe hin? Na klar, die Herren sind ja auch nicht […]

Moment! Nach knapp einer halben Stunde ist hier schon Schluss? Was soll das denn bitte schön? System Of A Down haben nach eigenen Aussagen so viele Tracks aufgenommen, dass sie sich dazu entschieden haben diese auf zwei Scheiben rauszubringen. Okay, aber wo ist die zweite Scheibe hin? Na klar, die Herren sind ja auch nicht ganz dumm und bringen die zweite Scheibe dann unter dem Namen „Hypnotize“ ein halbes Jahr später auf den Markt. Kurz darauf wird es wahrscheinlich eine Special Edition geben bei der man dann doch beide CDs zusammen kaufen kann.

So viel also zum Marketing Geplänkel, nun aber ab zu den Songs, die Songs knallen einem so richtig das Trommelfell weg und bringen einen zum Lachen, aber sie lassen einen auch nachdenklich werden. Wahrscheinlich kann dies nur eine Band wie System Of A Down schaffen!

Los geht es mit einem netten Intro bevor der brachiale Sound von „B.Y.O.B.“ einen das erste Mal so richtig durchschüttelt, auch die Textpassagen haben es in sich: „Why do we always send the poor?“. Wenn ich im Deutsch-Unterricht nicht immer von meinem Lehrer bescheinigt bekommen hätte, dass ich von Interpretationen nichts verstehe würde ich ja jetzt sagen, dass System Of A Down sich hier an die Herren in Washington richten. Diese rekrutieren ja besonders gerne Amerikaner aus den unteren Schichten fürs Militär (jüngst zu sehen in Michael Moores Film Fahrenheit 9/11).

Was die Jungs dann danach in Tracks wie „Revenga“ und „Cigaro“ abziehen ist einfach unglaublich. Ein Riff kommt härter als das andere und der Sound haut einen mit einer Wucht durch die Bude, das ist einfach irre. Durchgeknallt und zugleich politisch sowie zynisch und lustig, was will man denn heute von einer Band mehr erwarten? „My cock is much bigger then yours“ wird von mir an dieser Stelle nun nicht übersetzt aber als das bestes Song Zitat der letzten 20 Jahre bewertet.

Auf „This cocain makes me feel like I’m on that song“ beweist Sänger Serj Tankian einmal mehr, dass er zusammen mit seinem Co-Sänger Daron Malakian wohl zu dem durchgeknalltesten gehört, was die Musikindustrie momentan an Gesang zu bieten hat. „Violent Pornography“ macht da keine Ausnahme und ist musikalisch genau wie alle anderen Tracks auf Mezmerize ein absoluter Ãœberhammer.

Mit dem Zitat „You and me will all go down in history with a sad statue of liberty and a generation that didn’t agree“ möchte ich diese Lobpudelei dann auch beenden und euch einfach nur sagen: Kaufen! Auch wenn es Abzocke ist das zweite Album erst im Herbst rauszubringen muss man sagen, dass es sich hier einfach lohnt. Thumbs Up!

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